Strecke 934 01, Kapfenberg - Au-Seewiesen (StLB)


Stillgelegt (Seit 1959 nur Güterverkehr):
Kapfenberg - Au-Seewiesen (StLB)

1 Tunnel (10 Meter)   Thörl

Thörler Tunnel: 10 Meter

Südportal des Thörler Tunnels (Foto: Herbert Pschill)
Südportal vom ehemaligen Bahnhof Thörl (Foto: Herbert Pschill, in 2008)
 
Nordportal des Thörler Tunnels
Nordportal vom Bahnhof Aflenz

Entstehung und Niedergang der Thörlerbahn

Die Thörlerbahn, im amtlichen Sprachgebrauch Lokalbahn Kapfenberg - Au-Seewiesen, war eine von den Steiermärkischen Landesbahnen betriebene Schmalspurbahn mit 760 mm Spurweite. Sie verband die Region um Aflenz in der Obersteiermark mit der Südbahn bei Kapfenberg.

Geschichte

Streckenkarte der Thörlerbahn (Quelle: Wikipedia, Thörlerbahn)Ursprünglich als Teilstück einer projektierten Bahnverbindung vom Mürztal nach Mariazell geplant, wurde die Schmalspurbahn 1893 eröffnet. Die Bahn brachte der Region vor allem durch den Güterverkehr wirtschaftlichen Aufschwung, besonders die Eisenindustrie profitierte von dem damals zeitgemäßen Transportmittel. Im Personenverkehr erlangte die Strecke nie große Bedeutung, da die größeren Orte wie Aflenz oder Turnau abseits der Strecke gelegen waren. Auch die weitere Verbindung zur Mariazellerbahn ist über das Planungsstadium nie heraus gekommen und wurde nie verwirklicht.

Am 15. März 1959 wurde der Personenverkehr eingestellt, der Streckenabschnitt von Seebach-Turnau nach Au-Seewiesen wurde 1964 komplett eingestellt und abgetragen. Der Güterverkehr für die Eisenindustrie bis Thörl entwickelte sich hingegen positiv, der Betrieb wurde in den 60er-Jahren auf Dieseltraktion umgestellt, moderne Güterwagen beschafft, der Oberbau an die gestiegenen Lasten angepasst und zuletzt Anfang der 90er-Jahre wurde am Kapfenberger Landesbahnhof noch ein modernes Remisen- und Werkstättengebäude errichtet.

Der Abschnitt von Aflenz nach Seebach-Turnau, auf dem nur noch sporadisch Holz transportiert wurde, wurde Ende 1990 eingestellt. Der Verein Thörlerbahn, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Streckenabschnitt vor der Abtragung zu bewahren, nahm 1991 einen Nostalgiezug-Probebetrieb mit geliehenen Fahrzeugen auf. Dieses Angebot wurde durchwegs positiv angenommen, so dass in den folgenden Jahren ein zunächst vielversprechendes Museumsbahn-Projekt aufgebaut werden konnte: Personenwagen wurden nach historischem Vorbild auf Güterwagen-Fahrgestellen aufgebaut und die letzte Originaldampflokomotive No. 6 THÖRL, zugleich die letzte existierende Maschine einer mit der Reihe Z eng verwandten Reihe, konnte vom Club 760 angemietet und reaktiviert werden.

Eine Bankpleite führte jedoch 1995 die lokale Eisenindustrie in den Konkurs, so dass sich die Landesbahnen nach Wegfall des größten (und praktisch einzigen) Frachtkunden gezwungen sahen, den Betrieb einzustellen. Bis Saisonende 1997 durfte der Verein noch die ganze Strecke befahren, eine vollständige Übernahme der 20 km langen Strecke war jedoch aus finanziellen Gründen nicht möglich. Mangels Unterstützung in der Region, hier wurde eher die Nutzung der Bahntrasse als Radweg und zur Verbreiterung der Bundesstraße begrüßt, meldete der Verein nach Ausfall der Saison 1998 Konkurs an. Die Fahrzeuge wurden verkauft bzw. an ihre Eigentümer zurückgegeben. Am 31. Oktober 1999 wurde die Thörlerbahn zum letzten Mal mit einer Draisine befahren. In den Jahren 2003 und 2004 wurden die Gleise abgetragen.

Literatur

Krobot, Slezak, Sternhart: Schmalspurig durch Österreich. 4. Auflage, Verlag Slezak, 1991, ISBN 3-85416-095-X
Slezak, Sternhart: Renaissance der Schmalspurbahn in Österreich. Verlag Slezak, 1986, ISBN 3-85416-097-6
Strässle: Schmalspurbahn-Aktivitäten in Österreich. Verlag Slezak, 1997, ISBN 3-85416-184-0

Weblinks

Private Thörlerbahn-Seite
Bilderbogen vom Museumsbahn-Betrieb
Quelle: Wikipedia, Thörlerbahn
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